Mut zur Lücke

„fitter happier more productive
comfortable
not drinking too much
regular exercise at the gym (3 days a week)“¹

1997 haben Radiohead eine Dystopie gezeichnet, deren Inhalte 21 Jahre später mehr als nur zum guten Ton gehören. Selbstoptimierung um jeden Preis. Besser, gesünder, widerstandsfähiger, flexibler und dabei auch noch glücklicher. Beautiful, brave, new world.

Natürlich gilt das auch fürs Arbeitsleben. Weiterbildungen, auf dem Laufenden bleiben, Netzwerken, keine Schwächen, alles können und das auch präsentieren ohne dabei zu protzen. Die eierlegende Wollmilchsau ist heute prestigeträchtiger denn je.

Wann hast Du das letzte Mal jemanden „Das kann ich nicht“ sagen hören? Genau. Schwächen eingestehen ist nicht. Bin ich ein Relikt der Vergangenheit, wenn ich es nicht so schlimm finde, dass jemand etwas nicht kann? Falls ihm danach ist, kann er es lernen (Thema „Weiterbildung, auf dem Laufenden bleiben“…) oder es auch einfach mal lassen. Mut zur Lücke eben.

Meine Lücke heißt Fundraising. Ich mag es nicht. Und ich mache es nicht, weil ich es nicht mag und deswegen auch einfach nicht überzeugend bin. Nicht aus Bequemlichkeit. Sondern weil ich mir zugestehe etwas einfach auch mal nicht perfekt zu können. Und dann im Umkehrschluss: warum sollte ich meinen Kunden eine Leistung anbieten, von der ich selbst nicht überzeugt bin?

 

 

¹ Radiohead: „fitter happier“ – OK Computer, 1997, EMI Records Ltd. 

2 Gedanken zu “Mut zur Lücke

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