Unfreiwillige Selbstkontrolle

Und schon wieder bei einem Thema angelangt, das in Mut zur Lücke bereits beleuchtet wurde. Optimierung, Selbstoptimierung, Erwartungshaltungen, die eigenen und die der Anderen. Kontrolle und Selbstkontrolle.

Ich mach da nicht mit… sage ich und ertappe mich dabei, einen Schokoriegel misstrauisch zu beäugen und mich zu fragen, ob der wirklich jetzt noch sein muss. Ob Sport 4x die Woche eigentlich ausreicht und ob ich mir wirklich sicher bin, dass die Pressemeldung, die ich einem Kunden erstellt habe gut genug ist.

Und das ist erst der Anfang. Denn was als Qualitätskontrolle beginnt, und vielleicht noch Sinn macht, endet in der kompletten Blockade. Zweifel die lähmen und alles zum Stillstand bringen. Großartig. Und dann? Alles auf Reset. Da hilft nur, den Schokoriegel essen, sich die Jogginghose anziehen und damit wenig vorteilhaft aufs Chaiselongue fläzen und die Pressemeldung wirklich nur einmal Korrektur lesen und raushauen. Schließlich hat man sich was dabei gedacht. Und zwar von Anfang an.

Schon Camus hat uns beigebracht, dass ein Text nicht unbedingt besser wird, je länger man daran herumkaut. So man ihn überhaupt jemals zu Ende bringt. Joseph Grands Amazone reitet so lange auf einem Schimmel durch den Bois de Boulogne, bis
Camus´ Pest vorbei, Grands erster Satz aber noch immer nicht abgeschlossen ist.

Also: Öfter mal den Stift weglegen und zum Schokoriegel greifen. Die nächste Runde Selbstzweifel kommt auch so ganz automatisch.

2 Gedanken zu “Unfreiwillige Selbstkontrolle

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