Britischer Humor

So sonderlich witzig ist die Welt ja gerade nicht. Aber sie wird auch nicht besser, wenn wir alle kontinuierlich eine Fresse ziehen. Da sollte man vielleicht mal zu unseren Brexit-geplagten Nachbarn schauen und sich eine Scheibe von deren schwarzen Humor abschneiden… Trump kommt zu Besuch? Begrüßen wir ihn doch mit einem riesigen orangenen Trump-Baby-Ballon, der keine Fragen offen lässt. Wäre das dann die zeitgemäße Variante der 99 Luftballons?

Richtig unwitzig findet das – wie es scheint – nur Nigel Farage. Und was soll man zu dem schon sagen? The Poke hat da einige Antworten zusammengetragen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Jedenfalls: ein Paradebeispiele von friedlichem Protest und vor allem Humor.

Natürlich ist Humor – genau wie Geschmack – eine subjektive Sache. Aber es ist vielleicht gar nicht so schlecht, auch mal über sich selbst lachen zu können statt ständig auf anderen rumzuhacken. Bestes Beispiel wäre da unbestritten James Blunt. Und der ist nun wirklich nicht als Comedian bekannt geworden… Dann kam sein Twitter-Account. Und diese Lotto-Werbung.

Und in Deutschland? Nehmen wir mal Mario Barth, den Mann, der es auf unerklärliche Weise schafft, Stadien mit seinen immer gleich benannten Programmen zu füllen, die darauf aufbauen, dass er der Meinung ist, dass Frauen und Männer grundliegend unterschiedlich sind, und dass Frauen niemals furzen aber eben auch nicht einparken können. Ein Paradebeispiel des nicht vorhandenen deutschen Humors.

Ja, Mario: Witze werden auch nicht besser, wenn man sie 10x wiederholt, damit es auch beim letzten ankommt, dass das wohl gerade eine missglückte Pointe war. Und im Saal sitzen Sabine und Rolf, knuffen sich und sagen „haha, ganz genauso bist Du, Schatz.“ Ist das nicht traurig? Nur noch trauriger ist vielleicht, dass er bei Video on Demand Plattformen das Vorspulen seiner Sendeformate verbieten lässt. Kann man mal so stehen lassen.

Und wenn es so um den deutschen Humor bestellt ist, braucht man sich gar nicht zu wundern, dass Wortwitze nicht ankommen und Ironie eine selten gesprochene Sprache ist. Schade eigentlich, würde meinen Job so viel spannender machen und jede Menge Möglichkeiten eröffnen.

 

 

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