Berühmt vs. Berüchtigt

Am Wochenende haben sich gleich zwei Dinge zugetragen, die ich extrem feiere. Ich bin eigentlich nicht so der Mensch, der gerne und unablässig stolz ist auf Dinge, die er tut. Aber jetzt bin ich es doch mal. Und vollkommen zurecht, wie ich meine. Auch wenn vermutlich der ein oder andere diese Ansicht nicht teilen wird, weil es schon alles ein wenig absurd ist.

Also, Folgendes trug sich zu: als ich so nichtsahnend am Samstag um die Ecke bog, an der eine Plakette mit meiner Geschichte angebracht war, habe ich festgestellt, dass eben jene fehlt. Ich rede mir jetzt mal ein, dass sie jemand hat mitgehen lassen. Obgleich mir der Grund dafür absolut schleierhaft wäre (und ich wars nicht), denn eigentlich ist auf der Plakette nur ein QR Code, den man auch einfach abfotografieren könnte. So ein krasses Sammlerstück ist es nun wirklich nicht.

Vielleicht hat sie aber auch jemand wutentbrannt abgerissen. Der König von der Dammstrooß vielleicht. Das wäre aber mal mindestens genauso gut. Beides hirnrissig heftige Reaktionen auf eine Eck-Geschichte.

Aber das ist ja noch nicht alles. Am gleichen Abend – ich rufe nichtsahnend meine Mails ab – finde ich eine E-Mail vom Autorenverband Franken. Denen hatte ich mal eine Kurzgeschichte für einen Autorenwettbewerb geschickt, an der ich ausprobiert hatte, wie sich mein Schreiben verändert, wenn ich erst in einer Fremdsprache schreibe und das Ganze dann ins Deutsche übersetze. (Leider nicht meine Idee, sondern die des absolut grandiosen Haruki Murakami).

Das Ergebnis war – gelinde ausgedrückt – verstörend. So verstörend, dass mein Freund sagte, man könne diese Geschichte nirgendwo einreichen. Ich war auch ein wenig überrascht, wie viel leichter mir krasse Formulierungen in einer Fremdsprache von der Hand gehen. Und warum ich eigentlich so ein reiches, ordinäres und vulgäres Konglomerat an Schimpfwörtern zur Hand habe. Trotzdem schickte ich die Geschichte ein. So jetzt-erst-recht-mäßig.

Jedenfalls bekam ich dann persönliche Rückmeldung. Die bekommt man normalerweise nur, wenn man einen Preis gewonnen hat oder veröffentlicht wird. Ansonsten gibt es wunderbar vorgefertigte Serienmails. Ich könnte einen überdimensionierten Nagel des Versagens damit bestücken und wäre auch damit in bester Gesellschaft.

Nun: meine Geschichte wurde von der Jury abgelehnt. Aber nicht aufgrund mangelnden Talents (deren Formulierung, nicht meine) sondern wegen moralischer Bedenken einiger Jury-Mitglieder. Wenn das nicht mal ein FUCKING RITTERSCHLAG ist, weiß ich auch nicht.

Ich freu mich jedenfalls abartig. Moralisch fragwürdig ist doch 1.000x besser, als veröffentlicht. Echt jetzt.

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