Es ist ein Update verfügbar

Als Freelancer habe ich mein Arbeitsleben selbst in der Hand. Ich bin frei, wie das free in  Freelancer nahelegt. Sollte man zumindest meinen. Aber es gibt da eine Sache die mächtiger ist, als ich. Die mächtiger ist als wir alle, die uns gnadenlos in der Hand hat: die EDV.

Als mein Rechner Anfang des Jahres kaputt war, war ich für eine Woche lahmgelegt. Rien ne va plus. Aber es ist dann ja nicht so, dass es einen Admin in meinem Leben gäbe, dem ich den Rechner in die Hand drücken und ordentlich Druck machen kann, während ich mich in ein Day-Spa zurückziehe, weil ich ja sowieso nichts machen kann, während mein Verdienst einfach weiterläuft.

Um genau zu sein bin ich während der Woche wie eine Irre durch die Gegend gerannt, um den Rechner schnellstmöglich wieder fit zu bekommen. Habe alle meine Kunden durchtelefoniert und Kundenbesuche nach vorne gezogen, um zumindest einen geringen Teil meiner Arbeit erledigen zu können.

Als ich nun aus meinem Sommerurlaub zurückkam, hatte sich plötzlich ein Programm verabschiedet. Dummerweise ein Programm, mit dem ich täglich arbeite. Und auf die Gefahr hin, dass der gemeine EDVler das nicht mehr hören kann: Ich habe wirklich nichts gemacht. Ich hatte ja gar nicht die Möglichkeit.

Im Endeffekt nutzte ich also meine Arbeitszeit, um mit zwei sehr netten Herren in Bangalore zu telefonieren, die mir der Support zugeteilt hatte, nachdem ich entschieden hatte, dass es nicht so geil ist, 2 Stunden in der Warteschleife zu hängen, um dann vielleicht einen deutschsprachigen Support ans Ohr zu bekommen. Meine Wartezeit betrug dann nur noch 45 Minuten. Ein Klacks, wenn man nichts besseres zu tun hat (also nie).

Nachdem Supportmitarbeiter 1 nach 30 Minuten und der Deinstallation und Installation aller Programme des Anbieters feststellen musste, dass kein Installationsfehler vorliegt, musste er mich auf seinen Kollegen und den nächsten Tag vertrösten. Unnötig in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass ich ihm als allererstes gesagt hatte, dass:

  • ich den Rechner schon mal neugestartet hatte
  • es sich nicht um einen Installationsfehler handeln kann, nachdem das Programm über 6 Monate komplett fehlerfrei gelaufen ist.

Am nächsten Tag also nochmal, nur mit anderem Mitarbeiter. Er vermutete einen Installationsfehler, ich erwiderte, dass das – aus oben angeführten Gründen – nicht möglich sei, er deinstallierte und installierte alle Programme. Dann stellte er fest, dass es sich womöglich um einen Bug handeln müsse. ACH. Nach weiteren 45 Minuten und einer Menge rumgefuhrwerke lief mein Programm wieder. Thank You, Bangalore.*

Ganz traute ich dem Frieden nicht. Und zu Recht, wie ich nur zwei Tage später feststellen durfte. Denn zu einem meiner wichtigsten Kunden habe ich einen Remote-Zugang. Tja, und wer sollte der Anbieter des Remote Desktops anderes sein, als …? Genau. Das Remote Desktop Programm ist auch wieder da. Der Supportmensch hat, wie versprochen, alles wieder installiert. Dummerweise gibt es nur den Desktop des Kunden nicht mehr. Und ich? Habe keine Ahnung, wie man Remote Desktops einrichtet und noch immer keinen Admin in meinem Leben.

 

P.S. Diesen Beitrag habe ich zuerst handschriftlich auf meinem Block geschrieben und erst später in meinen Blog übernommen. Mein Rechner hatte sich diktatorisch für ein Update entschieden.

*Damit das hier nicht zu Missverständnissen kommt: ich gehe nicht davon aus, dass es mit dem deutschsprachigen Support auch nur im geringsten anders gelaufen wäre. Nur die Wartezeit wäre noch absurder gewesen.

Photo: Andrew Martin // Pixabay
Background: DavidRockDesign // Pixabay

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