Oh, ein schwarzes Loch

Meine Kreativität gleicht heute einem schwarzen Loch. Egal was man hineinwirft, es verschwindet definitiv in der Unendlichkeit. Tja, es gibt Berufe in denen ist das egaler als in meinem. Ich verdiene dummerweise meinen Lebensunterhalt mit einer gewissen Kreativität.

Also was tun, wenn sie sich nicht einstellen will? Ich habe es schon die ganze Zeit mit Zwingen versucht. Überraschung: hat nicht funktioniert. Ich saß stierend vor einer leeren Seite und weiß nun in etwa, wie sich Autoren mit Schreibblockade fühlen. Als nächstes habe ich meine aktuelle Lieblingsband angemacht und gehofft, dass deren Kreativität auf mich abfärbt. Was soll ich sagen? Ich höre jetzt zwar gute Musik und habe zwischenzeitlich auch schon das ein oder andere Musikvideo (ja, die gibt es noch, trotz MTV) zwischengeschoben, aber ansonsten: nix.

Zwischenzeitlich habe ich mich damit abgefunden, dass da heute kein großer Erguss mehr kommt und mich stieren Alltagsaufgaben gewidmet, die halt gemacht werden müssen. Hat natürlich wenig Spaß gemacht. Außerdem habe ich mich geärgert, dass ich meine Monatsabrechnung bereits am Montag gemacht habe, als ich überhaupt keine Lust darauf hatte. Jetzt käme sie gerade recht.

Andere Leute kämen jetzt vielleicht auf die Idee, motivierende Zitate oder Blogbeiträge zu lesen, aber jetzt mal echt: ich hasse das Zeug. Wer erfindet denn sowas? Und wer hat überhaupt verfügt, dass Motivationssprüche immer auf einem grausamen Hintergrund präsentiert werden müssen? Das ist ein Gesetz oder?

Wie dem auch sei, ich habe keine Lösung für Kreativitätslöcher, die keinesfalls Motivationslöcher sind. An der mangelt es mir heute nämlich nicht im Geringsten. Was die Sache noch frustrierender macht. Vor allem da es auch gerade überhaupt gar nicht an interessanten Aufträgen fehlt. Aber was bringt es, sich jetzt hinzusetzen und einen Text aus den Fingern und Hirnwindungen zu pressen, der schon beim ersten Lesen lau ist? Natürlich sind Texte die in solchen Phasen entstehen nicht nur unschön. Sie machen beim Schreiben keinerlei Freude (was man natürlich rauslesen kann) und dauern mal locker doppelt so lange, wie an normalen Tagen. Am nächsten Tag muss man sie dann entweder komplett überarbeiten… oder besser direkt neu schreiben.

Deswegen werde ich mich jetzt vermutlich noch ein wenig der langweiligen Pflichtaufgaben widmen, die so eine Freiberuflichkeit mit sich bringt (meine Ablage freut sich) und darauf hoffen, dass sich das Kreativitätsloch bis morgen wieder geschlossen hat. Meist bin ich dann am nächsten Tag ein Quell der Inspiration. Man darf gespannt sein.

 

Photo: Gerd Altmann // Pixabay

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s